Ehrenamtliche gewinnen und binden
Ehrenamtliche zu finden ist für viele Einrichtungen und Initiativen eine Herausforderung. Erfolgreiche Gewinnung beginnt dabei schon vor der eigentlichen Suche: Aufgaben, Erwartungen und Rahmenbedingungen sollten möglichst klar sein - und Interessierte sollten erkennen können, was ihnen ein Engagement bietet.
Vor der Suche Klarheit schaffen
Bevor Ehrenamtliche angesprochen werden, lohnt sich eine kurze Bestandsaufnahme:
- Wen möchten wir erreichen?
- Welche Fähigkeiten oder Erfahrungen werden benötigt?
- Welche konkrete Tätigkeit soll übernommen werden?
- Welche Aufgaben und Verantwortlichkeiten gehören dazu?
- Wie viel Zeit wird benötigt?
- Was können wir Ehrenamtlichen bieten?
Ebenso wichtig ist eine realistische Rollenklärung: Was wird von Ehrenamtlichen erwartet? Was ist leistbar? Welche Rolle nehmen sie innerhalb der Einrichtung oder Initiative ein?
Nicht nur sagen, wen man sucht
Je konkreter ein Engagement beschrieben wird, desto besser können Interessierte einschätzen, ob es zu ihnen passt. Neben Aufgaben und Zeitaufwand sollten deshalb auch Unterstützungsangebote und Vorteile sichtbar werden.
Ein hilfreicher Perspektivwechsel lautet: „Wir bieten“ statt nur „Wir suchen“. Schulungen, Austauschmöglichkeiten, Gemeinschaft oder eigene Gestaltungsspielräume können wichtige Argumente für ein Engagement sein.
Unterschiedliche Wege der Ansprache nutzen
Für die Suche können bestehende persönliche Netzwerke ebenso wichtig sein wie Websites und soziale Medien. Weitere Möglichkeiten sind beispielsweise Einrichtungsflyer, Aushänge, Amtsblätter und Lokalzeitungen, Schulen und Jugendzentren, öffentliche Veranstaltungen sowie Freiwilligenzentren und digitale Plattformen.
Was Ehrenamtliche langfristig bindet
Mit der Gewinnung beginnt die eigentliche Zusammenarbeit. Für eine längerfristige Bindung sind insbesondere folgende Aspekte hilfreich:
- klare Kommunikation über Aufgaben und Erwartungen,
- feste Ansprechpersonen und verlässliche Unterstützung,
- regelmäßige Information und Feedback,
- Aus- und Weiterbildung,
- zeitliche und organisatorische Flexibilität,
- Möglichkeiten für Austausch und Gemeinschaft,
- Anerkennung und Wertschätzung,
- ein konstruktiver Umgang mit Konflikten,
- ausreichend Zeit für die Begleitung Ehrenamtlicher,
- eine bewusste Abschiedskultur.
Wertschätzung muss dabei nicht allein durch öffentliche Anerkennung entstehen. Ebenso wichtig kann das Erleben sein, einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen und tatsächlich gebraucht zu werden.
Wissen und Erfahrung weitergeben
Auch Qualifizierung trägt dazu bei, Ehrenamtliche sicher in ihrer Aufgabe zu machen. Neben Präsenz- und Online-Fortbildungen können Materialien für Personen hilfreich sein, die an Schulungen nicht teilnehmen können. Kontinuierliche Qualifizierungsangebote und Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch stärken zusätzlich die Zusammenarbeit.
Weiterführende Informationen
Dokumentation der Lunchbag-Sessions des Bildungsbüros
Der Beitrag greift Inhalte der Lunchbag-Session „Ehrenamtliche gewinnen und binden“ auf und verdichtet daraus die für Fachkräfte unmittelbar übertragbaren Hinweise.